Produktionssysteme

Erscheint demnächst im  Lexikon der Filmbegriffe

Cameraman System

vollständig: cameraman system of production

Die Produktionsweise von 1896 bis 1907 nennt Janet Staiger das
„Cameramen System”. In diesem System ist eine Person, nennen wir sie
 Kameramann – obwohl dieser Begriff erst später im Zuge der
Arbeitsteilung auftaucht – für alle Bereiche der Filmproduktion
zuständig. Der „Cameraman” ist somit gleichzeitig Regisseur,
Kameramann und in vielen, aber nicht allen Fällen, auch Drehbuchautor.
(CT)

Literatur: Bordwell, David / Staiger, Janet / Thompson, Kristin:
Classical Hollywood Cinema. Film Style and Mode of Production. 
London: Routledge 2002. Zuerst 1985.

Director System

vollständig: director system of production

Auf das Cameraman System folgte das Director System, welches von 1907
 bis 1909 dominierte. Ausschlaggebend ist die Arbeitsteilung von
 Kameramann und Regisseur. Regisseure werden seit 1904 in dieser 
Funktion angestellt, als System setzt sich die Teilung aber erst um 
1907 und der damit verbundene Wende hin zum fiktionalen Film, der seit
 1907 die US-Filmproduktion dominiert, durch. (CT)

Literatur: Bordwell, David / Staiger, Janet / Thompson, Kristin:
Classical Hollywood Cinema. Film Style and Mode of Production. 
London: Routledge 2002. Zuerst 1985.

Central Producer System

vollständig: central producer system of production

Weiter steigende Produktion und eine voranschreitende Arbeitsteilung 
zwischen Regisseur und Produzenten führte zum Central Producer System, 
das von 1914-1930 in der US-Filmindustrie dominierte. Ein zentraler 
Produzent überwacht dabei alle Produktionen des Studios bis in die 
kleinsten Details. Das System beginnt schon 1912 und setzt sich 1914
 schließlich durch. Die Kontrolle des Produzenten erfolgte in erster
 Linie über das Drehbuch und seine Entwicklung, sodann aber auch über 
den Schnitt, der vom Produzenten überwacht wurde. Die Dominanz des
 Central Producer Systems bedeutet nicht, dass es nicht da und dort 
nach wie vor ältere Produktionsweisen gegeben hat. Im Studiosystem
 Hollywoods brachte das Central Producer System berühmte, so genannte
 „creative producers” hervor, die massiv in die kreative Gestaltung der 
Filme eingriffen. Als bekanntester Central Producer gilt bis heute der 
früh verstorbene Irving Thalberg, der bei MGM tätig war. Nach dem
Übergang zum Producer Unit System installierte MGM 1948 wieder ein 
Central Producer System, in dem es Dore Schary zum Central Producer
machte. (CT)

Literatur: Bordwell, David / Staiger, Janet / Thompson, Kristin:
Classical Hollywood Cinema. Film Style and Mode of Production. 
London: Routledge 2002. Zuerst 1985.

Director Unit System

vollständig: director unit system of production

Die steigende Nachfrage nach Filmen machte es in den diversen
 Produktionsfirmen notwendig, nicht nur ein, sondern zwei Teams 
(sogenannte units) arbeiten zu lassen, um dadurch die steigende 
Nachfrage nach neuen Filmen befriedigen zu können. Im Director Unit
 System, das von 1909 bis 1914 dominierte, überwacht ein Regisseur zwei
 oder mehrere Units. Die Kontrolle über diese Units erfolgte entweder
über ein immer genauer werdendes Drehbuch (ab 1912 Continuity Script
genannt) oder – wie etwa bei D.W. Griffith – über ausführliche Proben
vor Drehbeginn. (CT)

Literatur: Bordwell, David / Staiger, Janet / Thompson, Kristin:
Classical Hollywood Cinema. Film Style and Mode of Production. 
London: Routledge 2002. Zuerst 1985.

Januar 3, 2009. Literatur.

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